Es ist Ende April 2010, unsere Kaufabsichten fürs Haus und der Vertragsentwurf sind fest und es fehlt nur noch eine endgültige Finanzierungszusage. Schwierigkeit dabei: ein einziger Satz. Die blaue Regionalbank prüft die Möglichkeiten.
Es vergeht mal wieder Zeit. Anfang Mai frage ich nach, was den nun ist... und bekomme kurze Zeit später die Aussage, trotz vorheriger Aussagen könne kein Finanzierungsangebot gemacht werden. Mit der Erwähnung von Holzschädlingen im Kaufvertrag, der eigentlich belanglos ist, würde die Finanzierung nicht möglich sein, jedoch: "Sollte ein Gutachter eine schriftliche Aussage treffen, dass die Mängel mit einem Betrag von z. B. xxxx EUR saniert wären, würden wir unsere Entscheidung gern noch einmal prüfen."
Na, immerhin, das ist ja möglich - wir waren schließlich mit Gutachter vor Ort, der uns die Aussage gegeben hat, dass die Schäden unerheblich sind. Wir haben sie nur nicht schriftlich.
Also wiederum Kontaktaufnahme mit dem Gutachter - ein Jahr nach dem Besichtigungstermin mit ihm! Überraschenderweise erinnerte der sich noch an uns und das Haus und fand, dass wir ja "bewundernswert langen Atem" hätten. Ha!
Die schriftliche Aussage war dann kein Problem. Nach wiederum zwei Wochen (Mitte Mai wäre also dann auch vorbei...) war sie da und sofort an die blaue Regionalbank weitergeleitet.
Weil ich nun wirklich viele Dokumente habe, gebe ich alles noch an den Kreditvermittler, bei dem ich ein Dreivierteljahr vorher mal vor Ort war und der mich seitdem mit allmonatlichen Statusanfragen genervt hat. Die Antwort kommt schnell: Eine Finanzierung des Hauses wäre durch die größte deutsche Bank möglich, aber nur bis zur Hälfte des Kaufpreises. Das reicht für uns leider nicht.
Es vergeht also weiter Zeit mit Warten auf die blaue Regionalbank. Nach fast zwei Wochen ahne ich nichts gutes mehr: Wenn es so lange dauert, ist das schlecht. Außerdem geht uns langsam auch die Zeit aus, unser Wunsch war, im Sommer 2010 umzuziehen!
Aber es war ja inzwischen auch viel Zeit nachzudenken, und noch mehr Zeit, Geld zu sparen: In meiner ersten Versuchsrutsche, eine finanzierende Bank zu finden, war ich ja auch bei der roten Regionalbank. Die fiel aus, weil sie uns nur 2/3 des benötigten Gelds zur Verfügung stellen wollte und der Berater dann auch noch äußerst unfreundlich wurde. Die damals 2/3 reichen nun, fast ein Jahr später, aus. Damit wird der Hauskauf nicht komfortabel möglich sein und Dinge wie eine schicke Küche oder neue Dielen flachfallen, aber ohne Hauskauf gibt es das schließlich auch nicht. Wir beschließen, aufs Ganze zu gehen und die nochmal zu fragen - allerdings nicht bei dem gleichen Berater, sondern in einer anderen Filiale! Am 31. Mai ist der Termin.
Der Herr von den Roten ist durchaus beeindruckt von dem, was ich ihm inzwischenso alles an Dokumenten auf den Tisch legen kann, er bestätigt aber indirekt, was sein Kollege ein Jahr vorher gesagt hat: bei einem privaten Immobilienkauf dürfen sie als Weisung von oben nur 800qm des Grundstücks für die Wertbestimmung beachten - ganz gleich, wie toll und groß das Grundstück ist. Allerdings sieht er dafür das Haus nicht wie sein Kollege als wertlos an, sondern das sei ja ein Spezialobjekt, und für Häuser solcher Art gäbe es ja durchaus einen Markt. Also wäre der Wert soundsoviel Wohnfläche mal soundsoviel Pauschalbetrag = Betrag, der dicke ausreicht, um auch eine neue Küche und Dielen zu kaufen. Und der Satz, der die Blauen so stört? Der sei ja von der Stellungnahme des Gutachters geklärt. Wir müssten jetzt aber nochmal hier, da und dort unterschreiben, damit der Herr auch bei Schufa und sonstwo abfragen kann, ob wir selbst kreditwürdig sind, und dann sei eigentlich alles unter Dach und Fach. Er melde sich dann morgen nochmal.
So einfach kann das also sein. Verstehe einer die Banken...
Der 1. Juni ist dann quasi der Tag der Entscheidung. Erst rufen die Blauen an: die ganze Sache sei Ihnen zu heikel, trotz Gutachten können Sie das Gebäude nicht bewerten und daher nicht belasten. Dann rufen die Roten an: Unsere Kreditwürdigkeit sei als gut geprüft worden und eine schriftliche Finanzierungsbestätigung sowie der Vertrag werden im Lauf der Woche an uns gesendet.
Gut, aus der Woche werden zwei, und bis die Herren Verkäufer und Notar einen Termin gefunden haben, ist auch der Juni wieder fast rum. Aber schließlich, am 24. Juni 2010, genau 13 Monate nach der ersten Besichtigung am 24. Mai 2009, schließt sich der Kreis.
Ist die Geschichte nun zu Ende? Nein, eigentlich fängt sie doch erst an! Obwohl es sich anders anfühlt.
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