Bisher habt Ihr erfahren, wie wir den Lüthjenhof gefunden haben und dass wir ihn kaufen wollten. Es war Juni 2009, die Zinsen vielen allenthalben in den Keller, aber die ersten Banken machten schon wieder große Gewinne -- eigentlich doch ein guter Zeitpunkt, nach einer Finanzierung zu suchen. Oder?
Im Vorfelde hatte ich ja schon schöne Bücher über Hausfinanzierungen gelesen. Dadrin und auch von Verwandten und Bekannten gibt es den schönen Tipp, nicht unbedingt direkt zu einer Bank zu gehen, sondern die sogenannten Kreditvermittler zu nutzen. Diese können Banken vergleichen und das günstigste Angebot finden, bekommen für den Abschluss Provision, umgekehrt aber auch teilweise bessere Konditionen, da die Hypothenenbank keine eigenen Mitarbeiter einsetzen muss.
Solche Kreditvermittler gibt es auch online und telefonisch, und für den sofortigen Einstieg aus dem Stand heraus ist das ja geeignet. Nun handelt es sich bei dem Objekt unserer Begierde nunmal um einen Resthof, und auch wir hatten schon von Schwierigkeiten gehört, solche Gebäude zu kaufen. Also rief ich mal bei so einem Internet-Vermittler an und fragte, ob es überhaupt Sinn macht, die auf der Webseite angebotenen 23 Formulare auszufüllen. Antwort: "Auf jeden Fall", und dann gucken die schon einen passenden Kredit aus.
Also ans Ausfüllen gemacht. Persönliche Angaben und Einkommensdingsda war ja alles einfach, aber dann die Angaben zum Objekt:
"Anzahl PKW-Stellplätze/Garagen"... hm, auf dem Hof ca. 8, im Pferdestall 2, in der Tenne gehen noch fünf Autos rein und im Kuhstall standen doch auch noch zwei Autos und ein paar Motorräder - welche Zahl soll man da nehmen?
"Fensterart": Im beheizten Teil Isolierverglasung, im unbeheizten Teil Einfachverglasung, im Rest des Gebäudes Sonderfenster... also mal überall ein Kreuz machen?
"Wohnfläche": Ja, von was denn? Beheizte Fläche? Gesamtfläche der Wohnung? Zählt die Speisekammer und der Heizungsanbau mit?
"Kubatur (umbautes Volumen)": Rechne, rechne... hm... so um die 6000 Kubikmeter. Wie, wieso soll das nicht zur Wohnfläche passen? Ist doch so!
"Alter Gebäudetechnik": Heizung von 2008, Fenster von 1994, Trinkwasseranlage von 1970 und die Elektrik eindeutig durchgehend unter Bauarbeiten...
So ging es weiter. Kurz, die Formulare waren mit viel Mühe ausgefüllt und abgeschickt. Am nächsten Abend kam dann ein Anruf: "Spezialobjekte" werden nicht vermittelt, man solle sich am besten an die zwei Regionalbanken wenden... ja, Danke für die Auskunft! Wäre schon gewesen, wenn ich die gleich beim ersten Anruf bekommen hätte!
Gut, ganz lassen will ich die Vermittler mal nicht, gibt ja auch welche mit vor Ort-Büro, wo ich keine Formulare für mich selbst ausfüllen muss. Und die lokale Bank in rot wollte ich sowieso ansprechen, war sie doch auch bei meinen Recherchen zum Resthofkauf immer wieder genannt worden. Also mal zwei Termine gemacht.
Termin Vermittler vor Ort: Der Mann zieht etwa 23 Formulare aus dem Schreibtisch, die ziemlich denen des Internet-Vermittlers entsprechen... steckt sie aber wieder ein, als ich ihm nahebringe, worum es geht. Immerhin mal eine tatsächliche Auskunft (die auch von anderen so bestätigt wurde): Bei so einem "Spezialobjekt" braucht er gar nicht viel vergleichen, so etwas wird unter den Banken, die er anbieten kann, sowieso nur von der größten deutschen Bank finanziert. Er nimmt alles auf, verweist aber darauf, dass er auf jeden Fall noch eine Grundbuchkopie benötigt. Und empfiehlt mir ebenfalls, auf jeden Fall bei den beiden Regionalbanken zu fragen.
Das war ja schonmal besser, als diese Internet-Typen. Aber doch noch deutlich steigerbar. Meine Hoffnungen liegen auf der roten Regionalbank, bei denen ich einen Tag später einen Termin habe.
Und da werde ich beim nächsten Mal anschließen. Die Einträge sollen schließlich eine verdaubare Länge behalten. :-)
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