Nach unserem missglückten Versuch im April 2009, Theo ganz früh in die Krippe abzustellen und ein Doppelverdienerleben zu führen, wurde schnell klar, dass die entsprechende Änderung im Lebensmodell nicht mit unserer Wohnsituation zusammengeht:
So schön unsere Wohnung mit ihren großzügigen, dafür aber wenigen Zimmern zu zweit war, und obwohl wir den wahrscheinlich denkbar angenehmsten Vermieter haben (zur Nächstenliebe verpflichtet - es ist die Caritas), wenn man hier vor die Tür geht, fahren entweder viele Autos, oder es liegen viele Zigarettenstummel oder noch schlimmeres herum.
Im Hausgarten tummeln sich dagegen die größeren Kinder, bei denen Theo schon lange gerne mit Fußball spielen würde, was aber aus vielen Gründen auch einfach nicht geht.
Wie ein "alter" Freund von mir schon vor 10 Jahren sagte: Wenn man älter wird kommen irgendwann die Kinder, dann kommt das Haus (Reihenfolge beliebig). Da habe ich es ihm noch nicht geglaubt.
Nach einem Blick auf die Sparkonten und einem Blick in diverse Kreditrechner war der finanziell gewünschte Rahmen schnell gesteckt, und auch unsere Wünsche ließen sich schnell finden. Bei manchen Dingen können wir kompromisslos sein, also gab es folgende Mindestbedingungen an ein Haus:
- wegen der Umwelt, Peak Oil und Arbeitsplatzsicherheit: geringe Distanz, am besten Fahrraderreichbarkeit zu einem Bahnhof, wo ein Zug in kurzer Zeit und nicht zu selten nach Hamburg fährt;
- da wir ganz empfindlich auf geringe Distanz zu anderen und Beobachtetsein sind mindestens 1500m² Grundstück um das Haus herumlaufend;
- da neben Lotte und Theo noch ein Dritter geplant ist mindestens 150m² Wohnfläche
- da ich seit unserem Umzug nach Hamburg unglücklich darüber bin, nicht mehr selber an unseren Autos schrauben zu können: eine große Garage oder ein vergleichbarer Mechanikerplatz.
Da entdeckte Daria den Lüthjenhof, ein Resthof wie aus unseren durchaus bestehenden Träumen (Backstein, grüne Türen, weiße Fenster), eine Riesenfläche, eine wunderschöne Hausfassade, direkte Nähe zu Bad Oldesloe, ein Preis wie in Mecklenburg-Vorpommern, aber fast keine weiteren Infos im Angebot (der Text war alles in allem: "Resthof in guter Lage zu verkaufen"). Ich weiß noch genau, wie ich Ihr gesagt habe: "Für den Preis kann das gar nix sein." Ich hätte mir da auch das Benzin gespart, den anzugucken. Aber Daria meinte, das wäre doch immerhin nett, mal einen ehemaligen Bauernhof anzusehen. Ich war da eher wenig motiviert, aber was soll's. Für den Hausfrieden tut man ja viel. Am 24. Mai 2009 fuhren wir nach Stormarn.


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